Pressemitteilung: Aufbau erster Frauenmilchbank in Äthiopien

Deutscher Milchbankverein baut erste Frauenmilchbank in Äthiopien

GIZ-gefördertes Projekt in Hawassa erhöht Überlebenschancen für kleine Frühgeborene

02.04.2025 – HAWASSA & HAMBURG – Ein Team der Frauenmilchbank-Initiative e.V. (FMBI) unterstützt aktuell das Hawassa University Comprehensive Specialized Hospital (HUCSH) in Südäthiopien beim Aufbau der ersten Frauenmilchbank des Landes.

Ziel ist es, Früh- und Neugeborene, deren Mütter nicht ausreichend Milch haben, künftig mit pasteurisierter Spenderinnenmilch zu versorgen.

„Gespendete Frauenmilch rettet Leben – besonders in Ländern, in denen künstliche Säuglingsnahrung kaum verfügbar ist“, sagt die deutsche Milchbankerin Dr. Corinna Gebauer.

Anfang des Jahres hatten HUCSH-Mitarbeitende mehrere deutsche Frauenmilchbanken besucht. Langfristig sollen sie ihr Wissen im Land weitergeben und weitere Milchbanken mitaufbauen.

Nun gehen die Vorbereitungen in die Endphase: Ausfallsichere Kühl- und Gefrierschränke wurden beschafft und in Betrieb genommen. „Als letzter Baustein fehlt nun noch ein spezialisierter Pasteurisator aus Südafrika, dessen Lieferung sehnlichst erwartet wird. Das sorgt für die hygienische Sicherheit der gespendeten Frauenmilch. Hohe Sicherheitsstandards sind die zentrale Voraussetzung für den Start der Milchbank,“ erklärt der deutsche Projektleiter Dr. Rudolf Ascherl.

Die Frauenmilchbank-Initiative e.V. bedankt sich bei ihren Partnern in Äthiopien, bei der GIZ sowie bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die diesen Meilenstein ermöglichen. Gefördert wird dieses Projekt durch finanzielle Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und unterstützt durch das Förderprogramm Klinikpartnerschaften der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Für Presseanfragen kontaktieren sie bitte:

Ulrike Sturm-Hentschel; Telefon: 089 12767563; E-Mail: info@fmbi.de

Über die Frauenmilchbank-Initiative e.V.: Die Frauenmilchbank-Initiative e.V. ist ein bundesweit tätiger gemeinnütziger Verein. Mitglieder des Vereins sind Ärzt:Innen, Pflegefachkräfte, Hebammen sowie Still- und Laktationsberater:innen, die sich für eine bessere Verfügbarkeit menschlicher Milch einsetzen. Der Verein wurde 1918 gegründet und hat heute rund 150 aktive Mitglieder über ganz Deutschland verteilt.

Über Milchspende: Frauenmilch (auch Spendemilch) bezeichnet, in Abgrenzung zu Muttermilch, die gespendete Milch einer anderen Mutter als der eigenen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und andere wissenschaftliche Fachgesellschaften empfehlen, für die Ernährung Frühgeborener mit niedrigem Geburtsgewicht Frauenmilch anstelle von künstlicher Nahrung als erste Alternative zu erwägen, wenn nicht genug Muttermilch zur Verfügung steht. Menschliche Milch hat gegenüber künstlicher Nahrung u. a. Vorteile in der Nährstoffzusammensetzung und für das Immunsystem. Die Milch wird in spezialisierten Einrichtungen, sog. Frauenmilchbanken, gesammelt, getestet, verarbeitet und verteilt. Die erste Milchbank in Deutschland wurde 1919 gegründet, aktuell gibt es mehr als 50 Frauenmilchbanken im Bundesgebiet.

Ulrike Sturm-Hentschel